Handwerk: Wir können Zukunft
Bielefeld (hk). Die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld (HWK OWL) startet nach dem Jubiläumsjahr 2025 mit klaren strategischen Zielen in das Jahr 2026.
Unter dem Leitmotiv „Wir. Können. Zukunft.“ bündelt sie ihre zentralen Vorhaben für die kommenden Jahre und setzt dabei Schwerpunkte in den Bereichen Ehrenamt, Interessenvertretung, Nachwuchssicherung und Modernisierung. Hauptgeschäftsführer Dr. Jens Prager und Ragna Köstner, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin, stellten nun die Schwerpunkte vor.
Im Mittelpunkt der Strategie steht ein geschlossenes Auftreten des Handwerks in der Region. „In zahlreichen Gesprächen mit Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie Landes- und Bundespolitikerinnen und -politikern aus OWL werben wir aktiv um die Perspektiven der Handwerksbetriebe“, sagt Dr. Jens Prager. „Aktuell stehen hierbei Änderungen im kommunalen Vergaberecht sowie Initiativen für einen mittelstandsfreundlichen Verwaltungsvollzug im Fokus.“ Dabei wirbt die HWK OWL konsequent für eine Berücksichtigung kleiner und mittlerer Betriebe, die das Rückgrat der Wirtschaft, nicht nur in der Region, bilden.
Gleichzeitig stärkt die Kammer ihre Selbstverwaltung. Neue dialogorientierte Sitzungsformate und der „Dialog des Parlaments“ erhöhen Transparenz und Präsenz bei den Mitgliedsbetrieben vor Ort. Zudem wird die Beteiligung junger Handwerkerinnen und Handwerker strukturell ausgebaut. Ein verbindliches Verfahren zur Einbindung junger Stimmen hat der Vorstand der Handwerkskammer dazu bereits beschlossen. Dies betrifft auch explizit die Einbindung junger Frauen. Denn ein weiterer strategischer Schwerpunkt liegt auf der Rolle von Frauen im Handwerk. „Wir setzten auf mehr Sichtbarkeit von Gesellinnen, Meisterinnen und Betriebsinhaberinnen sowie auf eine stärkere Beteiligung von Frauen im Ehrenamt“, berichtet Ragna Köstner.
So steige der Anteil an Frauen im Handwerk kontinuierlich. Anfang 2026 gab es in OWL 1.695 weibliche Auszubildende, 74 Frauen legten ihre Meisterprüfung ab und 7.296 Frauen waren bei der Handwerkskammer als Betriebsinhaberinnen gemeldet. Damit liegt der Frauenanteil im Handwerk in etwa im gleichen Bereich wie in den vergangenen Jahren. Nach der Gründung eines „FrauenForums“ im vergangenen Jahr baut die Kammer dieses Engagement weiter aus. Ein Höhepunkt ist die bundesweite Netzwerkveranstaltung „Frauen im Handwerk“, die am 7. Mai 2026 in Bielefeld stattfindet und mit der sich die HWK OWL als Impulsgeberin für mehr Vielfalt und Fachkräftesicherung positioniert.
Neben den Frauen im Handwerk steht im Jahr 2026 auch das Ehrenamt im besonderen Fokus der HWK OWL. Denn passend zum 77. Geburtstag des Grundgesetzes und dem vom Bundespräsidenten ausgerufenen Ehrentag, möchte auch die HWK OWL die Wahrnehmung des Ehrenamts im Handwerk stärken. Hierzu wird es eine Ehrenamts-Ausstellung im Campus Handwerk geben, der Zukunftspreis der Stiftung Zukunft Handwerk OWL stellt das Ehrenamt in diesem Jahr in den Mittelpunkt und ehrenamtlich engagierte Betriebe werden für ihr Engagement ausgezeichnet. Mit diesen Aktionen möchte die HWK OWL zugleich für Nachwuchs im Ehrenamt werben.
Auch die Ansprache junger Menschen insgesamt wird weiterentwickelt. So wird aus „Azubis for Climate“ „Next Gen Handwerk“ – ein vollständig digitales Format, das zunächst über drei Jahre erprobt werden soll. Im ersten Jahr steht, als Brücke zum vorherigen Format, das Thema Nachhaltigkeit im Fokus. Auszubildende entwickeln betriebliche Ideen und präsentieren sie in kurzen Videoformaten. Die besten Beiträge werden ausgezeichnet. Ergänzend soll die Kooperation mit Arminia Bielefeld dazu beitragen, sportliches und berufliches Können stärker miteinander zu verbinden und neue Zielgruppen für eine Ausbildung im Handwerk zu gewinnen.
Zukunftsinvestitionen – digital und analog
Parallel zur strategischen Positionierung des Handwerks investiert die Handwerkskammer auch in ihre Leistungsfähigkeit. „Wir treiben die Digitalisierung unserer Verwaltungsleistungen im Sinne unserer Mitgliedbetriebe konsequent voran. Ziel sind schnellere Verfahren, nutzerfreundliche digitale Zugänge und ein effizienter Einsatz vorhandener Daten“, so Prager. Die HWK OWL möchte damit auch weiterhin zu den bundesweiten Vorreiterinnen bei der Umsetzung der Anforderungen aus Onlinezugangs- und Registermodernisierungsgesetz im Handwerk zählen.
Gleichzeitig nimmt auch der Neubau am Campus Handwerk weiter Gestalt an. „Die beiden neuen Gebäude sind ein Meilenstein für die Aus-, Fort- und Weiterbildung zukünftiger Fachkräfte und für die Stärkung des Handwerks in der Region“, sagt Ragna Köstner. Die aufwendigen Erdbauarbeiten des Großprojekts mit einer Grundstücksfläche von 18.310 m² waren Anfang des vergangenen Jahres gestartet. Witterungsbedingte Verzögerungen durch die lange Kälteperiode in diesem Winter beeinflussen den Zeitplan, ändern jedoch nichts an der strategischen Bedeutung des Projekts für die Zukunft der Aus- und Weiterbildung in der Region. Der Bezug ist für Ende 2027 geplant.
Zudem investiert die Kammer auch in ihren Bestand. „Zur Stärkung der beruflichen Bildung konnten wir für das Berufsbildungszentrum Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von 7,6 Millionen Euro einwerben“, so Köstner. Mit einer Förderquote von bis zu 90 Prozent werden mit den Mitteln Werkstätten und Ausstattung umfassend modernisiert und auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Das Handwerk bleibt damit auch weiterhin bestens für die Zukunft aufgestellt.
Quelle: handwerk-owl.de/
