Betriebe unter hohem Druck
Münster (wlv). Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband weist auf die sich zuspitzende wirtschaftliche Situation vieler landwirtschaftlicher Betriebe in Westfalen-Lippe hin. Ausschlaggebend dafür sind insbesondere die anhaltend hohen Energiepreise und stark gestiegene Kosten für Dünger infolge des Nahost-Konflikts. So haben sich demnach beispielsweise seit Ende Februar 2026 wichtige Düngemittel teilweise um bis zu 45 Prozent verteuert. Trotz der nun vereinbarten Waffenruhe im Iran sei davon auszugehen, dass das hohe Preisniveau für Energie vorerst erhalten bleibt. Damit drohe eine weitere Verteuerung mit direkten Folgen für landwirtschaftliche Betriebe und perspektivisch auch für die Verbraucherpreise.
„Unsere Betriebe stehen derzeit unter erheblichem Kostendruck. Während Betriebsmittel wie Dünger, Strom und Kraftstoff auf einem historisch hohen Preisniveau verharren, bleiben gleichzeitig die Erlöse deutlich unter dem erforderlichen Niveau. Diese Schere gefährdet zunehmend die wirtschaftliche Stabilität unserer Familienbetriebe“, betont Hubertus Beringmeier, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes. „Die angespannte Marktlage wird zusätzlich durch weiter sinkende Auszahlungspreise verschärft. Das anhaltend niedrige Erlösniveau bei vielen landwirtschaftlichen Erzeugnissen bringt zahlreiche Betriebe zunehmend an ihre wirtschaftlichen Belastungsgrenzen. Unsere Familienbetriebe können nicht dauerhaft wirtschaften, wenn sie gleichzeitig höhere Standards umsetzen sollen, steigende Kosten tragen müssen und ihre Produkte am Markt immer weniger erlösen. Wir brauchen wirksame Entlastungen und verlässliche politische Rahmenbedingungen, um die Lebensmittelerzeugung in Westfalen-Lippe langfristig zu sichern“, unterstreicht Hubertus Beringmeier.
Der Landwirtschaftsverband appelliert an die Politik, kurzfristige Entlastungen für Betriebe zu schaffen sowie verlässliche Perspektiven für Energie- und Düngemittelpreise zu entwickeln.
Quelle: wlv.de/
