Suchtprävention im Treffpunkt 34

Erstellt von Annalena Henke

Büren (he). Was passiert, wenn zu viel Alkohol im Spiel ist? Welche Konsequenzen zieht das nach sich? Ab wann ist von einer Suchterkrankung auszugehen? All diesen Fragen haben sich jetzt Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 der beiden Bürener Gymnasien gewidmet. Im Treffpunkt 34 wurde ein Alkoholparcours durch die Mitarbeitenden der städtischen Jugendpflege vorbereitet, bei dem die Jugendlichen in Kleingruppen das Thema Alkoholkonsum an insgesamt fünf interaktiven Stationen erarbeiteten.

Station 1 nannte sich „Rauschbrillenparcours“. Mit 0,8- beziehungsweise 1,3-Promille-Brillen wurde in Form eines Rollenspiels die Situation auf einem Volksfest nachgespielt, bei dem der oder die Betroffene durch erhöhten Alkoholkonsum (nachempfunden durch die Brillen) Geld fallen lässt und dieses dann vom Boden aufsammeln muss. Aufgrund der Einschränkungen in puncto Wahrnehmungsvermögen und Bewegungsapparat fiel das Geld herunter, nachdem es bereits aufgenommen wurde, oder es wurde erst gar nicht gefunden, sodass die Schülerinnen und Schüler es verzweifelt auf dem Boden suchten. In einer anschließenden Reflexionsrunde wurde gemeinsam erörtert, welche Gefahren eine solche Situation mit sich bringen kann.

Bei Station 2 ging es um den Verlauf, den die Sucht nehmen kann: Wie kommt es von einer positiven Einstellung zum Alkohol zu einer Suchterkrankung? Anhand von Fallbeispielen konnten die Schülerinnen und Schüler die einzelnen Stadien der Suchtentwicklung kennenlernen und nachvollziehen.

In Station 3 wurden vordergründig Erfahrungen, Gedanken und Gefühle im Umgang mit Alkohol ausgetauscht. Auf der Grundlage des Erfahrungsberichts eines Jungen namens Jan, der mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus gebracht und ins künstliche Koma versetzt werden musste, diskutierten die Jugendlichen über Maßnahmen, sich vor übermäßigem Konsum zu schützen.

„Gewinnen oder verlieren“ hieß es bei Station 4. Gemeinsam haben sich die Jugendlichen Situationen ausgedacht, in deren Kontext der Konsum von Alkohol eine Rolle spielte, beispielsweise betrunken mit dem Fahrrad von A nach B zu fahren. Mögliche „Gewinne“ wären dabei, schneller zuhause oder auf der nächsten Party zu sein. Mögliche Verluste wären z. B. Verletzungen durch einen Sturz, ein Unfall oder eine Polizeikontrolle, die den Verlust des Führerscheins zur Folge haben könnte. Alessandro Ferraro, Sucht- und Präventionsfachkraft der städtischen Jugendpflege: „Die Jugendlichen sollten in Form der Beispielsituationen vor allem abwägen, in welcher Relation Gewinne und Verluste stehen, um somit ihr zukünftiges Verhalten im Umgang mit Alkohol besser einschätzen zu können.“

Abschließend konnten sich die Schülerinnen und Schüler beim Alkoholquiz in Station 4 untereinander messen. Anhand der Ergebnisse ließ sich erkennen, dass sich die Jugendlichen bereits gut mit der Thematik auskennen und aufmerksam die einzelnen Stationen durchlaufen haben. Das Angebot des Quiz/des Parcours richtet sich auch an die regulären Besucherinnen und Besucher des Jugendtreffs. „Wir laden alle Kinder und Jugendlichen aus dem Stadtgebiet herzlich zu uns ein, um Fragen rund um das Thema Alkohol zu stellen, zu beantworten und um sich auszutauschen – sowohl untereinander als auch mit den Mitarbeitenden der Jugendpflege – für eine gelingende Suchtprävention im Stadtgebiet Büren“, schließt Ferraro.

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Suchtprävention im Treffpunkt 34
Die Jugendpflege Büren hat Schülerinnen und Schüler des Liebfrauengymnasiums und des Mauritiusgymnasiums zum Alkoholparcours im Treffpunkt 34 begrüßt. Foto: Stadt Büren