Projekt: Digitale Techznologien im Fokus

Paderborn (pm). Weltweit stehen Demokratien vor neuen Herausforderungen durch die zunehmende Verlagerung der politischen Debatte ins Internet. Es entstehen neue Räume für Partizipation, aber ebenso neue Risiken. Im Projekt untersuchen elf europäische Partner wie digitale Technologien demokratische Prozesse stärken können. Das neueste Ergebnis: eine interdisziplinäre Studie, entwickelt unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Fuchs vom Arbeitsbereich Mediensysteme und Medienorganisation der Universität Paderborn. Mitgewirkt haben die Projektpartner „Beyond the Horizon“, „Fundación Cibervoluntarios“, „Hybrid Core“ und die KU Leuven. 

Die englischsprachige Studie bietet einen umfassenden Überblick darüber, wie digitale Technologien demokratische Praktiken beeinflussen und deckt verschiedene Bereiche wie aktuelle sowie künftige (digitale) Demokratiemodelle, die digitale Öffentlichkeit, Online-Partizipation, digitalen Aktivismus, elektronische Wahlen und „Open Governance“ ab. Letzteres ist ein Modell der Verwaltung und Entscheidungsfindung, bei dem Transparenz und Bürgerbeteiligung im Mittelpunkt stehen. Es fördert die offene Nutzung von Daten, die Einbeziehung der Öffentlichkeit in politische Prozesse und die Zusammenarbeit zwischen Behörden, der Zivilgesellschaft und Wirtschaft.

Außerdem werden in der Studie Bedrohungen durch Desinformation sowie die Manipulation von Wahlprozessen einbezogen. Diese Kombination aus Forschung und praktischen Erkenntnissen bietet Akteuren eine wertvolle Grundlage, um die Demokratie resilient und inklusiv zu machen. „Wenn wir die digitale Demokratie angemessen schützen möchten, müssen wir wissen, was wir eigentlich verteidigen wollen. Wir müssen klären: Was ist Demokratie – und was ist digitale Demokratie? Unser Bericht liefert die wichtigen konzeptionellen und analytischen Grundlagen dafür“, erklärt Prof. Fuchs. Projektkoordinator Fatih Yilmaz von der Brüsseler Strategiegruppe „Beyond the Horizon“ ergänzt: „Unser Bericht ist ein zeitgemäßer und notwendiger Beitrag zur Debatte über digitale Demokratie. Da die Digitalisierung die Art und Weise verändert, wie Bürger sich an demokratischen Prozessen beteiligen, müssen wir sicherstellen, dass sich Institutionen anpassen, ohne dabei demokratische Werte zu beeinträchtigen.“ Die Ergebnisse der Wissenschaftler tragen entscheidend dazu bei, dass politische Entscheidungsträger und die Zivilgesellschaft mit den analytischen Werkzeugen ausgestattet sind, die für den Aufbau inklusiver, transparenter und widerstandsfähiger Systeme erforderlich sind. 

Die 300 Seiten umfassende Studie schließt mit zehn Empfehlungen, in denen die Notwendigkeit hervorgehoben wird, dass Demokratie zum einen stärker partizipativ und zum anderen deliberativ, also durch sachkundige, öffentliche Diskussionen, gestärkt werden sollte. Dabei ist es essenziell, dass Bürger besser an Entscheidungsprozessen beteiligt sind, während klare verfassungsrechtliche Schutzmechanismen gewährleistet sein müssen. Zudem wird die Notwendigkeit einer offenen und transparenten Politik gefordert, verbunden mit wirksamen Maßnahmen gegen fremde Einflussnahme und Desinformationen, die z. B. durch gezielte Falschmeldungen gestreut werden könnten. Durch den übersichtlichen Aufbau mit klaren Grafiken, Tabellen und einer einfachen Struktur ist die Studie auch für Laien leicht verständlich. Sie richtet sich insbesondere an Politiker, Wissenschaftler, Bürger und generell Akteuren, die sich für die Verbesserung der demokratischen Regierungsführung einsetzen möchten. Die Studie ist hier kostenfrei zugänglich.  

Am Dienstag, 21. Oktober 2025, wird die Studie in einem Webinar vorgestellt, zu dem sich Interessierte unter dem folgenden Link anmelden können:

innovade-democracy.eu »

Quelle: uni-paderborn.de/

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Projekt: Digitale Techznologien im Fokus
Eine interdisziplinäre Studie wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Fuchs vom Arbeitsbereich Mediensysteme und Medienorganisation der Universität Paderborn entwickelt.