Vor dem schnellen Internet kommen die Bagger

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Kreis Paderborn (krpb). Schnelles Internet für alle Bürgerinnen und Bürger, überall - mit diesem Ziel hat der Kreis Paderborn hohe Fördermittel vom Bund und vom Land NRW eingeworben. Mit ihnen werden beginnend im kommenden Jahr auch die letzten weißen Flecken im Kreisgebiet mit schnellem Internet versorgt. Doch bevor es soweit ist, müssen erst die Bagger rollen. Daher hat der Kreis in Zusammenarbeit mit dem Breitbandbüro des Bundes nun einen zweitägigen Workshop für die kommunalen Bauämter veranstaltet.

"Die Anforderungen an die Tiefbauarbeiten für Glasfaser-Verlegung unterscheiden sich von dem Alltagsgeschäft der Bauämter", verdeutlicht Björn Schmidt, Breitbandkoordinator des Kreises Paderborn. Gilt es bei der Leitungsverlegung für Gas und Wasser im Wesentlichen das Baurecht zu beachten, spielt bei Glasfaser auch das Telekommunikationsgesetz mit speziellen Vorgaben für Tiefe, Ausbettung der Rohre und alternative Verlegemethoden (wie Spülbohrverfahren, Trenching- oder Kabelpflugverfahren) eine gewichtige Rolle. Um die Bauämter darauf vorzubereiten und eine schnelle und umfassende Bearbeitung der Bauanträge zu ermöglichen, erhielten die Bauämter während des zweitägigen Workshops die Möglichkeit, die beiden Referenten Hardy Stecker vom Breitbandbüro des Bundes und den Fernmeldegutachter Holger Gohlke eingehend zu den verschiedenen Ausbaumethoden, baurechtlichen Besonderheiten oder Kabelleitungsbau zu befragen.

"So modern die Glasfaser-Technik auch ist, ohne Aufbrechen der Straßen und Tiefbauarbeiten kann auch sie nicht verlegt werden", sagt Koordinator Schmidt mit einem Augenzwinkern. Die Wiederherstellung der aufgebrochenen Straßen und Gehwege ist Teil der eingeworbenen Fördermittel. Doch damit anschließend alles wieder im alten Zustand ist und auch die reibungslose Arbeit der neuen Glasfaser-Leitungen garantiert ist, müssen die Ämter bereits bei der Bearbeitung der Bauanträge genauestens auf die Vorgaben und Auflagen achten. "Jede Arbeit und Überlegung, die wir nun im Vorfeld leisten können, wird uns nachher viel Kopfzerbrechen ersparen", erklärt Schmidt, der sich freut, dass das Angebot des Kreises bei den kreisangehörigen Kommunen auf große Zustimmung gestoßen ist.

Hintergrund zu den Fördermittel Breitbandausbau
Für die Erschließung der sogenannten weißen Flecken im Kreis Paderborn, das sind Gegenden bei denen die Internetversorgung unter 30 Mbit/s liegt, sind rund 97 Millionen Euro erforderlich. Etwa 80 Prozent der Summe wird für Tiefbauarbeiten benötigt. Der Kreis erhält für den Breitbandausbau Fördergelder vom Bund und vom Land NRW in Höhe von rund 88 Millionen Euro. Die vorläufigen Bescheide über diese Förderung wurden Ende letzten Jahres erteilt. Inzwischen ist das Vergabeverfahren vorangeschritten und Ziel des Kreises ist es, noch in diesem Jahr den Zuschlag für den Ausbau und Betrieb an eines der bietenden Telekommunikationsunternehmen zu erteilen.
Foto: Bauämter der Kommunen haben Breitband-Workshop dankbar angenommen - vorne: Hardy Stecker (Breitbandbüro des Bundes), Björn Schmidt (Breitbandkoordinator des Kreises Paderborn) und Holger Gohlke (Fernmeldegutachter und externer Berater).
Bildrechte: Stadt Delbrück

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Bauämter der Kommunen haben Breitband-Workshop dankbar angenommen - vorne: Hardy Stecker (Breitbandbüro des Bundes), Björn Schmidt (Breitbandkoordinator des Kreises Paderborn) und Holger Gohlke (Fernmeldegutachter und externer Berater). Foto: Stadt Delbrück