Jobcenter fördert berufliche Integration

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Gütersloh (lb). Einen beruflichen (Wieder-)Einstieg erfolgreich zu gestalten und dabei die Kinderbetreuung zu sichern, stellt (Allein)Erziehende häufig vor große Herausforderungen. Mit der speziell vor Ort konzipierten Maßnahme ‚Familie und Beruf‘, die seit März in Halle (Westf.), Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück durchgeführt wird, unterstützt das Jobcenter des Kreises Gütersloh dieses Ziel. Dabei sollen die insgesamt 67 Teilnehmenden entsprechend ihrer individuellen, insbesondere familiären Rahmenbedingungen und Bedarfe an den Arbeitsmarkt herangeführt und möglichst nachhaltig in Arbeit vermittelt werden.

„Wir gehen in der Maßnahme gezielt in Teilschritten vor“, erläutert Abteilungsleiter Björn Haller die Strategie. Denn zur Vorbereitung auf eine Arbeitsaufnahme sind zunächst die Fähigkeiten und Möglichkeiten der Teilnehmenden zu klären (individuelle Potentialanalyse). Dann wird überlegt, welche geeignete Unterstützung gegeben werden kann. Beispielsweise bei der Frage, für welche Berufe, Betriebe oder Branchen die Person geeignet ist und wofür sie Interesse zeigt (berufliche Orientierung). Anschließend können die Talente und Fähigkeiten in einem Praktikum, möglichst direkt in einem Unternehmen, das Arbeitskräfte sucht, ausprobieret werden.

Darüber hinaus geht es auch darum, dass Teilnehmende ganz praktisch erfahren, wie sie ihren späteren Berufsalltag mit der Kindererziehung vereinbaren können. „Hilfreich sind hierbei ganz besonders Netzwerke auf lokaler Ebene mit deren Hilfe passende Kinderbetreuungsangebote und gegebenenfalls weitere Unterstützungsleistungen zeitnah bereitgestellt werden können“, so Haller weiter. Das Jobcenter wie auch der durchführende Träger profitieren insoweit sehr stark von ihrer kommunalen Nähe und ihrem Netzwerk.

Eine nachhaltige Integration in Arbeit setzt voraus, dass die künftigen Arbeitnehmer den tatsächlichen betrieblichen Anforderungen gerecht werden. Um dies zu gewährleisten, wird in der Maßnahme ebenso großer Wert auf die Vermittlung von digitalen Kompetenzen gelegt, die in einer durchstrukturierten Arbeitswelt zunehmend zum Standard werden. So werden Schwellenängste gegenüber moderner IT-Technik abgebaut und die digitalen Werkzeuge werden zum selbstverständlichen Bestandteil des individuellen Handlungsrepertoires.

Dass sich die Anstrengungen lohnen, zeigen erste Vermittlungserfolge – derzeit bereits sieben Arbeitsaufnahmen – etwa in den Bereichen Pflege oder  Handel und Logistik. „Weitere werden sicher folgen“, sagt Haller abschließend. Übrigens: für die erfolgreich Vermittelten rücken neue Teilnehmende nach.

Zum Thema: Kampagne ‚Stark. Sozial. Vor Ort.‘

Vom 26. bis 30. August führen die kommunalen Jobcenter deutschlandweit eine Aktionswoche durch, in der sie sich und ihre Leistungen präsentieren. Der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städtetag haben zur Kampagne ‚Stark. Sozial. Vor Ort.‘ aufgerufen, um auf die Bedeutung kommunaler Arbeitsmarktpolitik aufmerksam zu machen. Die Kampagne ‚Stark. Sozial. Vor Ort.‘ verfolgt das Ziel, Aufgaben und Stärken der 104 kommunalen Jobcenter noch mehr ins Bewusstsein von Bürgerinnen und Bürger, von Politik und Unternehmen zu bringen. Die kommunalen Jobcenter sorgen bundesweit für 1,5 Millionen Menschen, die Unterstützung auf ihrem Weg in Arbeit und Ausbildung benötigen, integrieren pro Jahr mehr als 250.000 Menschen in nachhaltige Jobs und sind für ein Gebiet von mehr als 22 Millionen Einwohnern verantwortlich. Im Rahmen der Kampagne informiert das Jobcenter Kreis Gütersloh ausführlich über seine Schwerpunktaufgaben.


Bericht: Lena Bökenhans

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Björn Haller: Wir gehen in der Maßnahme berufliche Integration gezielt in Teilschritten vor.