Motto: aus der Geschichte lernen
Paderborn (ip). „Aus der Geschichte lernen – für die Menschlichkeit“ – unter diesem Motto fand am Donnerstag, 19. März 2026, eine Gedenk- und Informationsveranstaltung im Historischen Rathaus statt.

Gemeinsam hatten die Koordinierungsstelle für Integration sowie die Geschäftsstelle des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration der Stadt Paderborn anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus alle Interessierten eingeladen. An dem Nachmittag stand vor allem das Erinnern an die Verbrechen des Nationalsozialismus und der Holocaust im Mittelpunkt.
„Heute möchten wir ein Zeichen für Erinnerung, Verantwortung und ein respektvolles Miteinander setzen“, begrüßte die stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Kramm die Gäste. „Was lange als selbstverständlich in Deutschland und in der Europäischen Union galt, ist derzeit zunehmend bedroht. Rassismus, Antisemitismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit widersprechen den Grundwerten einer demokratischen und solidarischen Gesellschaft“, rief Sabine Kramm in ihrer Ansprache in Erinnerung.
Auch Recep Alpan, Vorsitzender des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration, betonte die Unantastbarkeit der Würde jedes Menschen. „Gemeinsam müssen wir Haltung gegen jede Form von Diskriminierung zeigen“, mahnte Alpan. „Wir möchten mit dieser Veranstaltung ein größeres Bewusstsein für das Einstehen unserer Grundwerte schaffen“, so der Vorsitzende des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration.
Nach den Grußworten folgte ein Vortrag von Dr. Sarah Kass, Leiterin des Deutschen Instituts für Erinnerungskultur. In ihrer Ansprache behandelte sie vor allem das Thema Erinnerungskultur. Dabei stellte sie den Zuhörern auch das Musiktheaterprojekt „Die Kinder der toten Stadt“ vor, welches das Leben und den kulturellen Widerstand der in Theresienstadt inhaftierten Kinder und Jugendlichen sichtbar macht.
Daran schloss sich eine Podiumsdiskussion an, in der Dr. Sarah Kass, die Sozialdezernentin Sandra Jürgenhake, Monika Schrader-Bewermeier, katholische Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Recep Alpan sowie Matthias Zimoch, Leiter der Antidiskriminierungsstelle, das Thema des Nachmittags noch einmal genauer beleuchteten.
Im Laufe der Diskussion wurde deutlich, dass man insbesondere junge Menschen sowie die breite Öffentlichkeit für die Gefahren von Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und menschenfeindlichen Ideologien sensibilisieren sollte. Erinnerungskultur solle dazu beitragen, wachsam zu bleiben und dafür einzustehen, dass sich derartige Verbrechen nie wiederholen, so der Kernpunkt der Diskussion. Durch den Nachmittag führte Moderator Tobias Fenneker, der Schülerchor des Gymnasiums Theodorianum umrahmte die Veranstaltung musikalisch.
Quelle: paderborn.de/