Arbeitsmarkt im Mai besser als erwartet
NRW (pm). „Gegen den Trend der vergangenen Monate hat sich die angespannte Lage am NRW-Arbeitsmarkt im Mai etwas gelöst“, sagte Dirk Strangfeld, Geschäftsführer der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. „Das ist eine erfreuliche Nachricht. Sichtbar wird das, wenn wir die aktuelle Entwicklung mit dem vergleichen, was wir aufgrund des langfristigen Mittelwertes erwarten konnten: Demnach sinkt normalerweise im Mai die Zahl der Arbeitslosen um sieben- bis achttausend Personen. In diesem Jahr sind es knapp über zwölftausend Frauen und Männer, die weniger arbeitslos sind.“ Doch trotz dieser positiven Entwicklung, von der viele Menschen im Mai profitieren konnten, dämpfte der Arbeitsmarktexperte die Erwartungen: „Für uns ist das noch kein Signal für eine nachhaltige Erholung oder sogar mehr noch, für eine Trendwende am Arbeitsmarkt. Allerdings führt die aktuelle Entwicklung vorübergehend zu einer Entspannung am Arbeitsmarkt.“
„Hervorzuheben ist“, sagte Strangfeld weiter, „der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr. Die Arbeitslosigkeit lag im Mai niedriger als vor einem Jahr. Auch wenn dieser Rückgang mit 25 Personen nur geringfügig ausfällt, ist das für uns eine positive Nachricht. Denn seit Oktober 2022 lag die monatliche Arbeitslosigkeit durchgehend über der des Vorjahres. Der Grund damals war die große Zahl der vor dem russischen Angriffskrieg nach Deutschland geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer. Danach führte dann die schwierige konjunkturelle Situation in den Unternehmen und die daran anknüpfenden Personalentscheidungen zu einem weiteren Anwachsen der Arbeitslosigkeit in NRW. Im aktuellen Mai ist diese Entwicklung nun zumindest unterbrochen worden.“
„Für die kommenden Monate lässt sich daraus jedoch keine gesicherte Vorhersage ableiten“, sagte Strangfeld: „Was wir sagen können ist, dass sich der Arbeitsmarkt im Mai besser entwickelt hat, als wir es aufgrund der Prognosen der Wirtschaftsforschungsforschungsinstitute und auch der letzten Entwicklungen am NRW-Arbeitsmarkt erwarten konnten. Im Mai 2026 wurde einen Teil der im April 2026 ausgefallene Frühjahresbelebung nachgeholt. Allerdings hängt diese positive Entwicklung weiterhin an einem seidenen Faden. Denn eines ist nach dem Auf und Ab der vergangenen Monate klar: Was in der Weltpolitik und am Weltmarkt geschieht, schlägt sich mittlerweile unmittelbar bis auf die Personalentscheidungen in den Unternehmen durch.“
Beispielhaft war das vor allem im vorhergehenden April deutlich zu beobachten, sagte Strangfeld: „Ende Februar hat der Irankrieg begonnen. Im April konnten wir dann mit einer nur sehr kurzen Verzögerung das Resultat der unmittelbaren Auswirkungen dieses Krieges – wie zum Beispiel der allgemeinen Preisentwicklung und auch einem neuerlichen Anstieg der Produktionskosten – auch am Arbeitsmarkt, als erneute Verschärfung der Lage beobachten. Das zeigt uns die hohe Unsicherheit in der Wirtschaft. Schon länger fällt es Unternehmen schwer, die zukünftige Geschäftsentwicklung einzuschätzen. Zudem ist in vielen Unternehmen nach mehreren zum Teil krisenhaften Jahren die Substanz offenbar nicht mehr so, dass kurzzeitige ungünstige Entwicklungen ohne weiteres aufgefangen werden können. Stattdessen schlagen sie schneller als früher auf die Personalpolitik und die Bereitschaft zur Einstellung durch. Das haben wir zuletzt einige Male erlebt, während im Mai eine wieder leicht bessere Stimmung zumindest zu einigen notwendigen Neueinstellungen geführt hat.“
Profitieren von dieser positiven Entwicklung konnten vor allem jungen Menschen mit einer abgeschlossenen Ausbildung, so Strangfeld: „Auch der Ausbildungsmarkt wird derzeit von der krisenhaften Lage geprägt. Mit Blick auf die Jugendarbeitslosigkeit sehen wir aber deutlich, wie begehrt junge Menschen mit einer abgeschlossenen Ausbildung sind. Die Arbeitslosigkeit junger Menschen ist im Mai um 2,5 Prozent zurückgegangen – also wieder einmal deutlich stärker als die allgemeine. Wenn wir genauer analysieren sehen wir, dass vorwiegend diejenigen in Arbeit kommen, die über eine abgeschlossene Ausbildung verfügen. Hier sank die Arbeitslosigkeit um 6,8 Prozent. Daraus lässt sich eine Botschaft ableiten: Am allgemeinen Arbeitsmarkt finden sich kaum noch junge Fachkräfte, und dass, obwohl der demografiebedingte Wegfall von Arbeitsplätzen gerade erst an Fahrt aufnimmt. Unternehmen, die frisch ausgebildete Mitarbeitende suchen, sind deshalb gut beraten, diese selbst auszubilden, wenn sie gut für die Zukunft aufgestellt sein wollen. Daher geht unser Arbeitgeber-Service aktuell noch einmal verstärkt auf Unternehmen zu um weitere Ausbildungsstellen einzuwerben, denn noch hat das Ausbildungsjahr nicht begonnen. Im Gepäck hat der Arbeitgeberservice auch die Zusage, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zum Beispiel mit einer Assistierten Ausbildung zu unterstützen, sollten sie, bezogen auf die Bewerberin oder den Bewerber, noch unsicher sein.“
Quelle und mehr: arbeitsagentur.de
