Fortbildungs- und Informationsfahrt
Gütersloh (lb). Niederwildmanagement − Unter diesem Thema fand die diesjährige Fortbildungs- und Informationsfahrt für die Mitglieder des Jagdbeirates und des Jägerprüfungsausschusses des Kreises Gütersloh statt. Unter den Begriff ‚Niederwild‘ fallen Tierarten wie zum Beispiel Hase, Kaninchen, Fasan, Rebhuhn und Taube, die vor allem auf den Feldern und Wiesen zuhause und gerade auch für den Kreis Gütersloh typisch sind.
„Die Aus- und Fortbildung der Prüfer und Beiratsmitglieder ist wichtig, um letztlich möglichst viele Jägerinnen und Jäger im Kreisgebiet über aktuelle Entwicklungen zu informieren. So können vor allem auch junge Jägerinnen und Jäger besser auf ihre Aufgaben vorbereitet werden“, erklärte Dr. Wolfgang Schwentker, Leiter der Abteilung Ordnung beim Kreis.
Zum Auftakt der Veranstaltung wurden die rund 20 ehrenamtlichen Teilnehmer im Kreishaus Wiedenbrück über die ‚Möglichkeiten durch Lebensraumverbesserungen und andere Maßnahmen‘ sowie die daraus resultierenden ‚Hoffnungen für das Niederwild‘ informiert. „Das Niederwild leidet aus verschiedenen Ursachen unter starken Rückgängen in den Populationszahlen“, erklärte Referent Ulrich Bultmann, Geschäftsführer der Kreisstelle Gütersloh, Münster und Warendorf der Landwirtschaftskammer NRW. Auf der anschließenden Fahrt durch die Kreise Warendorf und Soest vermittelte Bultmann die verschiedenen Aspekte des Niederwildschutzes an praktischen Beispielen. So wurden auf dem Hof Anxel im Kreis Warendorf das Projekt ‚Hegebeauftragter für das Niederwild im Münsterland‘ sowie das Thema ‚Leitbetriebe Biodiversität‘ vorgestellt. Sabine Kowol, Biodiversitätsberaterin der Landwirtschaftskammer NRW und Hendrik Specht, Stiftung Westfälische Kulturlandschaft und sogenannter Hegebeauftrager des gesamten Münsterlands, verdeutlichten die Erfolge von Lebensraumverbesserungen bei der Besichtigung verschiedener Brachen und extensiv bewirtschaftet angelegter Blühstreifen. Sie hoben dabei die Bedeutung verschiedener Biotopmaßnahmen und von Anlagen zur Bejagung von sogenannten Prädatoren hervor, zu denen hierzulande Fuchs, Dachs, aber auch eingewanderte Arten wie der Waschbär gehören.
Zum Abschluss stand die Besichtigung eines Schwarzwildgatters der Lippstadt gGmbH auf dem Programm. Dort erklärte Volker Sandforth die charakteristischen Merkmale dieser drei Jahre alten Trainingsanlage zur Jagdhundeausbildung für die Wildschweinjagd. Hier können, die für die Wildschweinjagd notwendigen Jagdhunde, schrittweise an diese Wildart gewöhnt werden. „Insbesondere gilt es auch junge Hunde behutsam an die wehrhaften Wildschweine heranzuführen, damit sich die jungen Hunde nicht verletzen“, erklärte Sandforth. „Die Anlage wird hervorragend angenommen.“ Er ist als einer der sogenannten ‚Gattermeister‘ während des Trainings im Gatter anwesend, um dem Hundeführer Hilfestellung geben zu können und auf die Gesundheit der Wildschweine und der Jagdhunde zu achten.
