Die Welt braucht Zusammenhalt

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Paderborn (pdp). Beim Neujahrsempfang von Erzbischof Hans-Josef Becker für den Klerus des Dekanats Paderborn hat sich Generalvikar Alfons Hardt für mehr Zusammenhalt in Gesellschaft und Kirche ausgesprochen. „Was wir für das neue Jahr und das neue Jahrzehnt gut gebrauchen können und was ich uns wünschen möchte, ist mehr Zusammenhalt“, sagte der Generalvikar des Paderborner Erzbischofs am Samstag, 11. Januar, in seiner traditionellen Ansprache im Bischofshaus. Erzbischof Hans-Josef Becker betonte die Bedeutung von „Achtung und Vertrauen“ im Hinblick auf das Zusammenleben in der Gesellschaft und in der Kirche, aber auch für den Synodalen Weg der Kirche: „Achtung und Vertrauen müssen uns auf unserem Weg leiten.“

Eindringlich warb Generalvikar Alfons Hardt darum, dass alle Menschen „in Verantwortung für die Welt und für ein gelingendes gesellschaftliches Miteinander in Frieden und Achtsamkeit zusammenhalten“. Christen hätten dabei über Konfessionsgrenzen hinweg zueinanderzustehen. Die eigenen katholischen Reihen forderte er auf, ihren Beitrag darin zu leisten, gerade in schweren Zeiten treu beieinanderzubleiben. „Die Welt braucht jetzt dringend diesen Zusammenhalt“.

„Den Veränderungen dieser Welt stellen“

Trotz der gravierenden Veränderungen, die der Lauf der Zeit mit sich bringe, zeigte sich Generalvikar Hardt zuversichtlich und ermutigte: „Auch wir haben uns den Veränderungen dieser Welt zu stellen, ohne in ihnen aufzugehen. Ganz gleich, was auf uns zukommen wird, wir sollten uns darauf freuen.“ Um als Kirche „mit leichterem Gepäck“ in die Zukunft gehen zu können, schlug er vor, nicht länger „Ämter und Aufgaben zu überhöhen oder gar zu überfordern“, und zudem das Prinzip der Subsidiarität stärker wiederzuentdecken. Beides könne eine Hilfe für mehr Zusammenhalt in der Kirche sein.

In seinem Rückblick auf das vergangene Jahr ging Generalvikar Hardt auf besonders prägende Ereignisse und Themen ein, die „bis heute nachklingen und deren Auswirkungen uns voraussichtlich auch weiterhin auf die ein oder andere Weise in Gesellschaft und Kirche beschäftigen werden“. Dazu zählte er die Diskussion um das Klima, Fridays for Future und Greta Thunberg, die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, den Terroranschlag auf die Synagoge in Halle, den „Missbrauchs-Gipfel“ im Vatikan, die „Amazonas-Synode“ in Rom oder den Beginn des Synodalen Weges der Katholischen Kirche in Deutschland.

Initiativen in der Kirche von Paderborn

Auch in der Kirche von Paderborn habe sich 2019 viel getan: „Wir haben ein eigenes Klimaschutzkonzept entwickelt, die Zugänge für mehr Beteiligung haupt- wie ehrenamtlich engagierter Frauen erweitert und gestärkt, Verwaltungsleitungen für die Pastoralen Räume in der Fläche eingeführt, die bistumsweite Kommunikation und Medienpräsenz neu ausgerichtet, die Organisation des Generalvikariates neu strukturiert und unser Verständnis von Evangelisierung konkretisiert“, erklärte Generalvikar Hardt. Für das neue Jahr seien im Sinne des Zukunftsbildes und im Zugehen auf das Diözesane Forum im Herbst 2020 weitere Initiativen zu den Feldern Digitalisierung, Dienstleistungsorientierung, Qualitätsmanagement und Evangelisierung geplant.

Erzbischof Becker: Jesus Christus führt

Es sei zentral, in der Kirche zusammen zu halten, den notwendigen Zusammenhalt „kirchenidentifizierend und kirchenstiftend“ zu leben, betonte Erzbischof Hans-Josef Becker. Mit Sorge nehme er wahr, dass die Zusammengehörigkeit in der Kirche immer wieder in Frage gestellt und nach der Identität von Priestern, nach deren Aufgabe und Rolle gefragt werde. Erzbischof Becker rief dazu auf, „mit einem guten und realistischen Blick auf realisierbare Wege unterwegs zu sein und zu gehen, ohne dabei Visionen zu verlieren“. Der Synodale Weg der Kirche in Deutschland werde die Kirche von Paderborn „lebendig beschäftigen“: „Wir wollen diesen Weg gehen in der Gewissheit, dass wir Kirche Jesu Christi sind. Er wird mit uns gehen und uns begleiten, ja führen“, hob Erzbischof Becker hervor. Er lud dazu ein, den Weg „vertrauend“ mitzugehen.

„Ich gehe mit Zuversicht in die vor uns liegende Zeit und bin zugleich gefasst auf so manche Überraschung“, fasste der Paderborner Oberhirte zusammen. Er dankte den Vertretern der Bistumsleitung und Seelsorgern für Ihren engagierten und treuen Dienst. „Ich danke Ihnen für die Seelsorge an den Orten, wo Sie tätig sind. Ich wünsche Ihnen, dass Sie Erfüllung finden in Ihrem Leben und Ihrem Dienst.“
„Lasst uns beieinander bleiben“

Dechant Benedikt Fischer dankte Erzbischof Hans-Josef Becker im Namen des Klerus des Dekanates Paderborn für die Einladung zum Neujahrsempfang: Auch dieser sei Ausdruck des Appells von Erzbischof Becker, „beieinander zu bleiben“. Die im letzten Jahr durchgeführte Frauenkonferenz sei ebenso Ergebnis dieses bischöflichen Wunsches und Appells „beieinander zu bleiben“ wie die Zusammenkunft der Leiter aller Pastoralverbünde und Pastoralen Räume im Erzbistum Paderborn.

„Sie sagen ‚Ja‘ zum Synodalen Weg und wollen diese Form des gemeinsamen Ringens um Antworten bei den schwierigen Fragen, die uns seit Jahren umtreiben“, betonte Dechant Fischer. Er ergänzte im Hinblick auf den Synodalen Weg der Kirche in Deutschland: „Sie heben nicht jetzt schon öffentlich Gräben aus, um gewisse Positionen der Arbeitsgruppen des Synodalen Weges von vorneherein zu boykottieren“. Dieses Verhalten des Paderborner Erzbischofs sei beruhigend und in einer Zeit vieler Irritationen sehr hilfreich. „Sie können sicher sein, dass wir Ihren Appell ‚beieinander zu bleiben‘ voll mittragen und im Gebet begleiten“, schloss Dechant Fischer.
Statistische Angaben

Generalvikar Alfons Hardt präsentierte beim Neujahrsempfang wie üblich statistische Angaben zu den Priestern, Diakonen, Gemeindereferentinnen und -referenten, Gemeindeassistentinnen und -assistenten im Erzbistum Paderborn (Stand: 13. Dezember 2019):

• Gesamtzahl der Priester: 880 (Vorjahr: 906)
• davon im Ruhestand: 325 (Vorjahr: 339)
• Priester im aktiven Dienst: 555 (Vorjahr: 567), davon 400 in der Pfarrseelsorge
• Durchschnittsalter der Priester im aktiven Dienst: 55 Jahre
• Ständige Diakone: 184 (Vorjahr: 179)
• davon im aktiven Dienst: 145 (Vorjahr: 136)
• Durchschnittsalter der ständigen Diakone im aktiven Dienst: 63 Jahre
• 3 Priesterweihen im Jahr 2019 (Vorjahr: 2)
• 6 neue Priesteramtskandidaten in 2019 (Vorjahr: 5)
• Eintritt in den Ruhestand: 18 Priester (Vorjahr: 21)
• Eintritt in den Ruhestand: 3 ständige Diakone (Vorjahr: 1)
• Gemeindereferenten/-innen: 251 (Vorjahr: 257)
• Gemeindeassistenten/-innen: 19 (Vorjahr: 16)
• Durchschnittsalter von Gemeindereferenten und -assistenten: 48 Jahre

 

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Die Bedeutung von Zusammenhalt, Achtung und Vertrauen wurde beim Neujahrsempfang von Erzbischof Hans-Josef Becker für den Klerus des Dekanates Paderborn betont. (V.l.n.r.) Generalvikar Alfons Hardt, Erzbischof Hans-Josef Becker, Dechant Benedikt Fischer. Foto: pdp / Thomas Throenle