Buch: Ziegeleien im Delbrücker Land

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Delbrück (pm). Ab sofort ist das Buch „Ziegeleien im Delbrücker Land – Unternehmen, Familien und Betriebstechnik im 19. und 20. Jahrhundert“ im Buchhandel vor Ort aber auch überregional erhältlich. Das Buch ist im Verlag für Regionalgeschichte erschienen. Herausgeber ist das Delbrücker Geschichtsforum.  

„Nachdem ein Vortrag von Dr. Burkhard Beyer beim Delbrücker Geschichtsforum vor gut drei Jahren zu den Ziegeleien im Delbrücker Land auf sehr große Resonanz stieß, stand bei den Organisatoren schnell fest, dass die vielen Detailinformationen möglichst in einem Buch gesammelt und veröffentlicht werden sollten. Uns war es auch besonders wichtig, dass diese Forschungsergebnisse für die nächsten Generationen erhalten bleiben“, freuen sich Hans Jürgen Rade, Johannes Wieners und Bernhard Kößmeier vom Delbrücker Geschichtsforum über das nun vorliegende Buch.

Ausgangspunkt des Bandes waren Befragungen ehemaliger Ziegeleibesitzer und Ziegeleimitarbeiter im Jahr 2013. Dabei zeigte sich rasch, dass es sich um ein interessantes, weitgehend unerforschtes Thema handelte. Warum bestanden in Delbrück eigentlich so viele Ziegeleien? Warum konnten sich die kleinen Kammeröfen ausgerechnet hier so lange halten? Und wie funktionierten diese Öfen eigentlich? Fragen wie diesen wurde mit vielen Gesprächen und intensiven Archivrecherchen nachgegangen. Soweit noch vorhanden, öffneten die Familien ihre privaten Sammlungen. Das erhaltene Kartenmaterial erwies sich als aufschlussreich, Ortsbesichtigungen konnten manche Fragen klären.

Daneben wurde versucht, das mit den Ziegeleien verbundene soziale Netzwerk in Delbrück und seinen Ortsteilen nachzuvollziehen. Die Auswertung von Kirchenbüchern durch Hans Jürgen Rade, Mitglied des Delbrücker Geschichtsforums, war dabei eine große Hilfe. „Durch den Versuch, alle noch vorhandenen Quellen gründlich auszuwerten, entstand eine Art „Musterstudie“, die anderen Ziegeleiforschern hoffentlich als Vorlage dienen wird“, so der Autor Dr. Burkhard Beyer. „Die Bedeutung des Bandes geht in jedem Fall weit über Delbrück hinaus“, so Beyer weiter.

Die Herstellung von Backsteinen und Dachziegeln hatte für das Delbrücker Land einmal eine ganz erhebliche Bedeutung.

Zwischen 1800 und 1960 bestanden in der Stadt und den heutigen Ortsteilen 19 Unternehmen. Diese teilten sich auf die Gemeinden Dorfbauerschaft und Nordhagen – mindestens zwölf Ziegeleien, hinzu kamen fünf weitere im heutigen Ortsteil Ostenland (einschließlich Espeln) und zwei in Westenholz, auf. Heute ist kein einziger Betrieb dieser Branche mehr aktiv, aber die Erinnerung an diesen früher prägenden Wirtschaftszweig ist immer noch sehr lebendig.

Die Betriebe gehörten meist Delbrücker Landwirten, die Arbeiter waren örtliche Tagelöhner. Ein Teil der Ziegeleien wurde an lippische Ziegler verpachtet, einigen von ihnen gelang es, sich hier eine Existenz aufzubauen. Betriebe mit vergleichsweise kleinen Öfen konnten sich in Delbrück lange halten. Der großzügige bebilderte Band verbindet zahlreiche Aspekte der örtlichen Sozial-, Wirtschafts- und Familiengeschichte.

Zum Autor:
Dr. Burkhard Beyer, geboren 1968 in Bielefeld, wuchs in Lippstadt auf. Er studierte Deutsch und Geschichte in Bielefeld, war nach dem Staatsexamen fünf Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter eines Forschungsprojektes zur Geschichte der Firma Krupp, 2002 Dissertation zur Technik- und Sozialgeschichte der Essener Gussfabrik. 2004 Lektor in Münster, seit 2012 Geschäftsführer der vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe getragenen Historischen Kommission für Westfalen. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Regional-, Technik- und Eisenbahngeschichte.

Quelle: Pressebericht der Stadt Delbrück

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Neues Buch: Ziegeleien im Delbrücker Land
Stellten gemeinsam das Buch vor: (vorne) Autor Dr. Burkhard Beyer, (hinten von links) Bürgermeister Werner Peitz, Hans Jürgen Rade, Johannes Wieners und Bernhard Kößmeier (alle Delbrücker Geschichtsforum)