Aktion: Gewalt kommt nicht in die Tüte

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Gütersloh (lb). 84.000 Brötchentüten machen auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam und werden in mehr als 92 Bäckerei-Filialen an Kunden im Kreisgebiet verteilt. Die Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragen im Kreis Gütersloh und der Club Soroptimist International Gütersloh sind Organisatoren der Aktion 'Brötchentüte'. Sie haben in den letzten Wochen Kontakt zu den Bäckereien aufgenommen und diese beliefert. Teilnehmende Filialen nutzen die Tüten ab Mittwoch, 25. November, anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen.

Auf der Vorderseite der Tüten ist die Notrufnummer des bundesweiten Hilfetelefons 'Gewalt gegen Frauen' gedruckt. Auf der Rückseite befinden sich Namen der Anlaufstellen im Kreis Gütersloh. "Wir wollen mit dieser Kampagne die Kundinnen und Kunden der Bäckereien für das Thema sensibilisieren und Wege der Hilfe und Unterstützung aufzeigen", erklärt Gleichstellungsbeauftragte Inge Trame aus Gütersloh. Das bundesweite Hilfetelefon ist unter der kostenlosen Telefonnummer 08000 116 016 rund um die Uhr und in 16 Sprachen zu erreichen.

Im Jahr 2019 wurden laut BKA-Statistik 141.792 Personen in Deutschland Opfer von Partnerschaftsgewalt - davon 81 Prozent Frauen. "Für den Kreis Gütersloh zeigt die polizeiliche Kriminalstatistik, dass in 2019 der Polizei 416 Fälle 'Häusliche Gewalt' bekannt wurden", so Angela Wüllner, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Gütersloh. "Bei den aufgeführten Zahlen ist zu beachten, dass diese nur jene Straftaten abbilden, die überhaupt zur Anzeige gebracht wurden. Die Dunkelziffer ist weitaus höher", ergänzt Ariane Vaughan, Gleichstellungsbeauftragte in Werther. Nach sogenannten Dunkelfeldstudien ist jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen.

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Aktion 'Brötchentüte' - Gewalt kommt nicht in die Tüte
Die Arbeitsgruppe der Gleichstellungsbeauftragten verteilt flächendeckend im Kreis Gütersloh die Brötchentüten: (v.l) Sabine Heethey (Stadt Verl), Jutta Duffe (Gemeinde Herzebrock-Clarholz), Andrea Buhl (Stadt Rietberg), Inge Trame (Stadt Gütersloh), Marina Schomburg (Stadt Harsewinkel), Sandra Werner (Stadt Halle (Westf.)), Ariane Vaughan (Stadt Werther), Ulrike Brunneke (Stadt Versmold), Susanne Fischer (Stadt Rheda-Wiedenbrück), Angela Wüllner (Kreis Gütersloh) und Bettina Ruks (Gemeinde Steinhagen). Foto: Stadt Versmold