Persönliches Budget: Beratungstermine
Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung
Delbrück (pm). Seit 2008 haben Betroffene einen Rechtsanspruch auf das Persönliche Budget. „Warum diese Information nicht bei den Betroffenen angekommen ist und sogar zehn Jahre nach Einführung dieser Leistungsumwandlung auch Leistungsträgern, wie zum Beispiel einigen Krankenkassen, nicht bekannt ist, bleibt offen. Fakt ist jedoch, dass es im Kreis Paderborn geschätzt nur zehn Budgetnehmer gibt“, so die Beraterinnen der Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB), Alexandra Mader und Annabelle Korn vom Paritätischen Wohlfahrtsverband.
Auf Einladung der Familienbeauftragten der Stadt Delbrück, Rita Köllner, gaben sie umfangreiche Informationen zum persönlichen Budget im Delbrücker Rathaus.
In einem praxisbezogenen Vortrag über die Vorteile, Chancen und Herausforderungen des Persönlichen Budgets erklärten sie die Idee, Geld statt Sachleistung an Betroffene auszuzahlen, damit sie ihr Leben aktiv selbst gestalten können. "Als Expertinnen und Experten in eigener Sache entscheiden sie damit selbst, welche Hilfen für sie am besten sind und welcher Dienst oder welche Person eine Leistung erbringen soll."
Im Anschluss des Vortrages gab es einen regen Austausch der Besucherinnen und Besucher über gesammelte Erfahrungen bei der Antragsstellung von Hilfsmittel und Reha-Maßnahmen. Hierbei wurde deutlich, dass die Leistungsträger, wie Krankenkassen, Rententräger aber auch Sozialämter, sehr zum Leidwesen der Betroffenen nicht immer ihrem im Sozialgesetzbuch (SGB) gesetzlich geregelten Auftrag nach Beratung und Unterstützung bei der Antragstellung nachkämen. „Man hat den Eindruck, dass Anträge zum Beispiel auf Rehabilitationsmaßnahmen fast schon grundsätzlich abgelehnt werden und die Betroffenen erst durch ein Widerspruchsverfahren oder gar durch eine Klage vor dem Sozialgericht zu ihrem Recht kommen“, erklärte Rita Köllner nach der Veranstaltung. „Wie wichtig daher eine ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) ist, wird dadurch noch einmal mehr deutlich“, so ihr Fazit.
Die EUTB berät Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen kostenlos zu allen Fragen rund um Teilhabe und Rehabilitation, zum Beispiel auch zum „Persönlichen Budget“.
Die EUTB-Beraterinnen Annabelle Korn, Alexandra Mader und Erika Sobek sind zu erreichen unter der Telefonnummer 05251 87 29 611 oder im Internet unter www.teilhabeberatung-paderborn.de
Die nächsten Beratungstermine in diesem Jahr in Delbrück stehen schon fest:
19. Juni | 17. Juli | 21. August | 25. September | 23. Oktober | 27. November und 18. Dezember.
Treffpunkt ist jeweils im Rathaus, Lange Straße 45. Es wird um eine verbindliche Anmeldung bei den Beraterinnen gebeten.
Weitere Informationen erhalten Interessierte bei Rita Köllner, Telefon 05250 996-281.
