IHK-Tag: Projekte aus OWL im Fokus
Berlin (ik). Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich beim IHK‑Tag in Berlin über ostwestfälische Aktivitäten rund um Ausbildung, Nachhaltigkeit und Fachkräftesicherung informiert.

Im Mittelpunkt standen dabei zwei Projekte unter Beteiligung der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK). Bei den „Energie‑Scouts OWL“, einem Wettbewerb, den die IHK Ostwestfalen gemeinsam mit der IHK Lippe bereits das 13. Jahr in Folge ausrichtet, ließ sich der Bundeskanzler erläutern, wie Auszubildende in ihren Betrieben konkrete Beiträge zu Energieeffizienz und Nachhaltigkeit leisten.
Seit dem Start des Projekts haben in Ostwestfalen und Lippe über 1.400 Auszubildende in mehr als 300 Teams messbare Energie‑ und Ressourceneinsparungen erreicht und damit Kostenreduzierungen in einem Volumen von mindestens 3,67 Millionen Euro erzielt. Das ursprünglich regionale Projekt wird inzwischen bundesweit von rund 60 Industrie‑ und Handelskammern umgesetzt, mehr als 12.000 Auszubildende sind zu Energie-Scouts in ihren Betrieben qualifiziert worden.
„Die Energie‑Scouts zeigen eindrucksvoll, wie viel Know‑how, Verantwortungsbewusstsein und Innovationskraft bereits in der dualen Ausbildung steckt“, sagt Petra Pigerl‑Radtke, Hauptgeschäftsführerin der IHK Ostwestfalen. „Dass sich der Bundeskanzler persönlich über diese Projekte informiert hat, ist eine wichtige Anerkennung für das Engagement der Auszubildenden und ihrer Ausbildungsbetriebe – und ein starkes Signal für praxisnahe Lösungen aus der Wirtschaft.“ Ein konkretes Praxisbeispiel hatte die Bielefelder Dr. Wolff Group mit nach Berlin gebracht: Zwei Auszubildende und die „Energie-Scouts“-Projektleiter der Unternehmensgruppe sowie der IHK Ostwestfalen stellten eine anschauliche Lösung vor, bei der Handys durch das Fahren eines Rennrads im Betrieb aufgeladen werden. Auf diese Weise wird verdeutlicht, welcher Aufwand für die Erzeugung elektrischer Energie erforderlich ist – und wie Nachhaltigkeit, Ausbildung und betriebliche Praxis kreativ miteinander verknüpft werden können.
Neben den „Energie‑Scouts OWL“ präsentierte die IHK Ostwestfalen auch das federführend von ihr vorangetriebene Gemeinschaftsprojekt des Ausbildungsstellenportals www.ausbildung.nrw. Die landesweite Online‑Plattform für Ausbildungsplätze und Praktika ist aus dem regionalen Portal www.ausbildungschance‑owl.de hervorgegangen. Inzwischen ist das Angebot zu einer IHK‑Lösung für Nordrhein-Westfalen weiterentwickelt worden, der sich auch IHKs aus angrenzenden Bundesländern angeschlossen haben. „Mit ausbildung.nrw machen wir Ausbildungsangebote digital sichtbar – sowohl in der Region als auch landesweit“, so Pigerl‑Radtke. „Das stärkt die Berufsorientierung junger Menschen und unterstützt Unternehmen konkret bei der Fachkräftesicherung.“
Der IHK-Tag 2026 wurde am 6. und 7. Mai im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin veranstaltet, dem Sitz der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Unter dem Motto „Wie wird Wirtschaft(en) in Deutschland einfacher?“ diskutierten dort Vertreter der DIHK und der 79 regionalen Industrie- und Handelskammern sowie aus Politik und Wissenschaft insbesondere über Bürokratieabbau, Innovationsförderung und schnellere Genehmigungsverfahren. In seiner Rede unterstrich der Bundeskanzler die Bedeutung der IHK-Organisation als Stimme der Wirtschaft und als wichtigen Partner für Politik und Verwaltung.
Quelle: ihk.de/